Geschafft! (Na, endlich…)

Wenn ich ehrlich bin, wollte ich schon im vergangenen Sommer einen Blog starten. Damals sind wir, also meine Familie, von Berlin nach Franken gezogen. Berufsbedingt, meine Frau arbeitet hier bei einem großen Unternehmen.

In dem Blog wollte ich beschreiben, wie es ist von der Großstadt in die Provinz zu ziehen. Mit Schul- und Kitawechsel, alten und neuen Nachbarn und möglichst ohne überheblich zu sein. Das hat man ja oft: Da wagt sich ein Journalist von seinem Schreibtisch mit Blick auf Elbe oder Gendarmenmarkt für eine Reportage in ein sächsisches (oder niedersächsisches) Kaff. Der Bericht kommt dann so rüber, als sei das Leben in der Stadt das „Real Life“, während die armen Leute außerhalb ohne Datenempfang, S-Bahnen und vegane Restaurants eigentlich noch im Mittelalter leben. Dabei kommen genau diese vermeintlichen urbanen Urgewächse häufig selbst aus Käffern bei Diepholz, Verden oder Vechta. Ich weiß wovon ich rede, ich komme selbst vom Land. Ich habe mich kein bisschen gegen den Umzug gesträubt.

Der ziemlich leere Marktplatz in Erlangen. Hat aber nichts mit der Corona-Krise zu tun. Die Aufnahme entstand vorher.

Kinder, Blues und dann Corona

Gut, „wäre, wäre, Fahrradkette“, wie einer der größten Franken unserer Tage einmal so treffend sagte, der Plan vom Blog blieb nur in meinem Kopf. Der Umzug, die neue Kita, die neue Schule und das Sauberhalten der Doppelhaushälfte – all das verlangten mir mehr ab als ich erwartet hatte. Wahrscheinlich habe ich es einfach mal genossen, nichts zu trun. Immerhin, einen Namen hatte ich schon: „Franken Blues“. Den packe ich jetzt erst einmal in einen Karton, den ich in einer Ecke in meinem Hinterkopf abstelle. Vielleicht hole ich ihn ja noch einmal hervor und packe ihn aus. Beim nächsten Umzug vielleicht.

Wie kommt der Blog jetzt zu seinem Namen? Auch das hat mit Musik zu tun. Das Thema Corona ist klar. Die ganze Welt hat damit zu tun, ich auch. Hier in Bayern sind die Schulen seit dem 13. März geschlossen, ebenso die Kita. Meine Tochter ist fünf und mein Sohn sieben. Beide sind seit Freitag zu Hause. Da meine Frau als Anwältin die Auswirkungen des Corona-Virus für das Unternehmen, für das sie arbeitet, juristisch einschätzt – und sie diese Aufgabe ziemlich ausfüllt – ich bin für die Kinder verantwortlich. Um den beiden gerecht zu werden und mich dabei nicht ganz zu vernachlässigen, habe ich mir überlegt, jetzt endlich einen Blog zu starten. Bin selber gespannt, womit er sich füllen wird. Klar ist, es wird nicht nur um Corona gehen.

„Ich nehme zwei Songs, die ich nicht mag und schon hab ich den perfekten Titel für den Blog.“

M. Witte

Die Gedanken sind auch in Zeiten von Ausgangssperren zum Glück immer noch frei. So kam ich zu „My Corona Bavariae“. Ich stehe auf Wortspiele, ich kann es nicht leugnen. Der Titel ist eine Zusammensetzung zweier völlig unterschiedlichen Songtiteln. Da wäre erstens „My Sharona“ von der US-amerikanischen Rockband The Knack. Ehrlich gesagt fand ich den Song immer schon doof. Wie wir wissen, hält nichts, auch alle Doofheit dieser Welt, Songs nicht davon ab, sich in unsere Köpfe zu pflanzen. So hatte ich schon ziemlich zu Beginn der Corona-Krise „My Sharona“ im Ohr.

Der zweite Song ist eigentlich noch viel blöder: „Patrona Bavariae“ ist ein Überraschungshit aus dem Jahr 1988. Gesungen wird er vom Original Naabtal Duo, einer bayerischen Zweimann-Kapelle mit Schifferklavier und Lederhosen. Ich glaube, heute sagt man Trash dazu. Wobei das auch wieder arrogant ist: Denn in Bayern hat Volksmusik ja eine große Tradition, noch mehr als in anderen Ecken Deutschlands. Dafür, dass die Nummer so ein Disko- und Radio-Superhit wurde, konnten die beiden braven Buben ja nichts. Sie haben ihn ja für ihr Publikum geschrieben. Warum ausgerechnet diese Nummer so ein Erfolg wurde, weiß wohl nur der Herrgott allein. Schließlich geht es in dem Song ja um die „Patrona Bavariae“. Das ist Maria, die Mutter Gottes, die Schutzheilige Bayerns. Die wiederum nehme ich gerne hier mit rein.

Veröffentlicht von matthiashwitte

Vater, Journalist, Geschichtenerzähler, Sprecher, Moderator

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